Niere, Knochen und Hormone - warum alles zusammenhängt

Wenn wir an unsere Nieren denken, denken wir meist zuerst an Urin und Ausscheidung.

Doch die Nieren können viel mehr.

Sie beeinflussen unseren Mineralstoffhaushalt, den Vitamin-D-Stoffwechsel, den Blutdruck und damit auch unsere Knochengesundheit. Gleichzeitig stehen Knochen und Hormone in einem engen Austausch miteinander.

Gerade deshalb lohnt es sich, Niere, Knochen und Hormone nicht getrennt voneinander zu betrachten.

Die Niere reguliert mehr als Wasser und Salz

Unsere Nieren filtern täglich große Mengen Blut. Dabei entscheiden sie sehr genau, welche Stoffe ausgeschieden und welche im Körper zurückgehalten werden.

Unter anderem regulieren sie:

  • Kalzium
  • Phosphat
  • Natrium und Kalium
  • Säure-Basen-Haushalt
  • Wasserhaushalt
  • Blutdruckregulation

Und sie haben eine wichtige Aufgabe im Vitamin-D-Stoffwechsel.

Vitamin D braucht die Niere

Vitamin D muss im Körper mehrere Umwandlungsschritte durchlaufen.

Ein entscheidender Schritt findet in der Niere statt: Dort entsteht aus einer Vorstufe das biologisch aktive Calcitriol.

Calcitriol ist hormonell wirksam und spielt unter anderem eine wichtige Rolle für die Aufnahme und Regulation von Kalzium und Phosphat.

Damit ist die Niere direkt an einem System beteiligt, das für stabile Knochen notwendig ist.

Kalzium, Phosphat und Parathormon

Unser Körper hält den Kalziumspiegel im Blut in sehr engen Grenzen.

Daran beteiligt sind unter anderem:

Niere - Darm - Knochen - Vitamin D - Parathormon.

Sinkt die Nierenfunktion deutlich ab, kann dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht geraten.

Dabei können sich unter anderem Phosphat, Kalzium, Vitamin-D-Stoffwechsel und Parathormon (PTH) verändern. Bei einer chronischen Nierenerkrankung kann daraus eine sogenannte CKD-MBD entstehen - eine Störung des Mineral- und Knochenstoffwechsels.

Das zeigt sehr deutlich:

Die Niere ist auch ein Knochenorgan.

Und wo kommen die weiblichen Hormone ins Spiel?

Auch unsere Sexualhormone beeinflussen den Knochenstoffwechsel.

Besonders Estradiol schützt vor einem übermäßigen Knochenabbau. Sinkt der Estradiolspiegel rund um und nach der Menopause deutlich ab, kann die Aktivität der knochenabbauenden Osteoklasten zunehmen.

Deshalb beschleunigt sich der Knochenverlust bei vielen Frauen gerade in dieser Lebensphase.

Progesteron wird ebenfalls mit Prozessen der Knochenneubildung in Verbindung gebracht. Die wissenschaftliche Evidenz für den Schutz vor Osteoporose ist allerdings für Estradiol wesentlich stärker.

Niere, Vitamin D, Mineralstoffe und Sexualhormone treffen damit beim Knochenstoffwechsel aufeinander.

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Osteoporose? Dann gehört die Niere mit in den Blick

Bei einer Osteoporose sollte deshalb nicht ausschließlich an Calcium, Vitamin D oder Wechseljahreshormone gedacht werden.

Auch mögliche Begleiterkrankungen und Ursachen gehören zur Abklärung.

Die aktuelle DVO-Leitlinie zur Osteoporose sieht deshalb neben Knochendichtemessung und Anamnese auch ein Basislabor vor. Dazu gehört ausdrücklich die Beurteilung der Nierenfunktion. Eine eingeschränkte GFR kann unter anderem auf eine renale Beteiligung am Knochenstoffwechsel hinweisen.

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Mein Fazit

Die Niere ist weit mehr als ein Ausscheidungsorgan.

Sie ist beteiligt an Vitamin-D-Aktivierung, Mineralstoffhaushalt und hormonellen Regulationsprozessen - und damit auch an unserer Knochengesundheit.

Wer Knochen verstehen möchte, sollte deshalb auch die Nieren im Blick behalten.

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